Tja, da bin ich nun in Den Haag und weiss noch immer nicht so recht, wie ich mich fühlen soll. Es gibt solche und solche Tage, wobei ich zugeben muss, dass 'solche Tage' derzeit überwiegen. Gestern Abend liess ich doch tatsächlich die laute Bemerkung fallen: Und jetzt ist es nur noch 1 Jahr und 9 Monate. Der geneigte Leser mag jetzt denken, es sei total schrecklich hier, doch das ist es überhaupt nicht. Es ist halt nur anders - noch immer fremd.
Dabei habe ich mich doch recht gut eingefunden, einige wenige Kontakte geknüpft, von denen ich überzeugt bin, dass sich kleine, aber feine Freundschaften entwickeln werden ... Und dennoch ... Es kriecht mir eine Aversion gegen Holland unter die Haut, die ich nicht erklären kann ...
Nun ja, das kommt mir bekannt vor ... In Brasilien erschlich mich anfänglich ein ähnliches Gefühl ...
Irgendwie ist immer was. Ich war der Meinung, unsere Haustür sei mit einem Schloss nicht gut genug gesichert (obwohl insgesamt 3 Schlösser angebracht sind, davon aber nur eines funktioniert) und so durfte ich letzte Woche Bekanntschaft mit unserer Vermieterin und dem Smithlock machen. Eine sehr nette Frau, mein Alter, Engländerin ... Begrüsst hat sie mich mit einem Strauss bunter Tulpen, ich sie mit dem Duft frisch gebackenen Brotes und am Ende wird jetzt ein neues Sicherheitsschloss angebracht, was mich hoffentlich ruhiger schlafen lässt.
Josef's Eingewöhnung bei 2Koalas (in der Panda Gruppe) hat letzte Woche begonnen. Puh, das geht mir ganz schön an die Substanz, zu sehen, wie schwer er sich wieder tut. Er weint bitterlich und braucht wohl noch Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Er sagt noch immer, dass wir zu Maike fahren ... Maike wird's freuen zu hören, dass er sie nicht vergessen hat und noch immer tagtäglich an sie denkt. Was mich jedoch letzte Woche dem Zusammenbruch nah gebracht hat, war die Tatsache, dass Josef wohl ziemlich wütend war, dass ich ihn in der Kita allein gelassen habe. Ich sagte ihm, dass ich wieder komme, doch es ist ein 2-Jähriger, dem ich das sage. Und so habe ich seine gesamte Wut zu spüren bekommen. Er haute nach mir, schleuderte seine Schuhe durch die Gegend und liess sich die Jacke nicht anziehen. Am Ende stand er ohne Jacke und ich mit blanken Nerven im Regen. Wer die dickeren Tränen weinte, ist noch nicht ganz klar.
Genau in diesem Moment waren die Zweifel extrem gross. Haben wir das Richtige getan? In LU war alles so einfach. Und jetzt??? Wird er sich daran gewöhnen? Ach, Fragen über Fragen.
Vermutlich ist es bei Josef eine Mischung aus allem ... The terrible two, das Neue, das Unbekannte und nun die Aufgabe, wieder neu dazulernen zu müssen ...
Es tut mir so leid für ihn und ich wünschte, ich könnte es ihm ersparen ....
Ausserdem täte ich gut daran, mich von unserem gewohnten - zugegebenermassen recht hohen - Standard zu verabschieden. Hier weht in der Kita ein anderer Wind. Auf eine Erzieherin kommen max. 8 Kinder (wenn sie über 2 Jahre sind). Sind sie jünger als 2, kommen 7 Kinder auf eine Erzieherin. Das Wickeln der Kinder findet - sofern es sich um ein kleines Geschäft handelt - ausschliesslich im Stehen statt ... Hausschuhe tragen die Kinder auch keine und so stiefelt jeder mit seinen Strassenschuhen über Tische und Bänke und Teppiche. Doch was will man machen? Hier scheint das normal zu sein.
Mit einem Vater (Österreicher) konnte ich mich kurz austauschen und auch er ist nicht ganz zufrieden mit dem Umgang, doch wir schliessen wohl alle grosszügig die Augen und nehmen es so an, wie es nun mal ist. Beruhigend finde ich nur, dass wir wohl eine Kita ausgewählt haben, die im Allgemeinen einen sehr guten Ruf hat und somit können wir uns zumindest über die Betreuung nicht beklagen ... Der Rest - naja ... Es ist, wie es ist.
Und so sitzen sie in Reih und Glied, wenn morgens zum Snack gerufen wird.
Am vergangenen Samstag haben wir einen Ausflug nach Utrecht zum Stoffmarkt gemacht. Jeder erzählte mir, die holländischen Stoffmärkte seien so toll. Dieser war es in der Tat, doch man sollte schon genaue Vorstellungen von dem haben, was man so haben möchte. Wir schlenderten so durch die Marktstände und da Roman immer einen Blick auf Josef haben musste, steckte er mir nen Hunni zu und ich sollte mich um meine Einkäufe selbst kümmern .... Gesagt, getan. Die Ausbeute war am Ende überschaubar, wir machten uns auf die Suche nach einem Restaurant und liessen den Vormittag gemütlich ausklingen.
An das holländische Essen muss ich mich in der Tat noch gewöhnen ... Vor allem ist das Bestellen bis jetzt noch recht abenteuerlich, da ich nicht alles verstehen kann, was so auf der Karte steht, bzw. was genau sich dahinter verbirgt und so weiss ich am Ende nie, was ich wirklich bekommen werde.
Am liebsten bestelle ich was auf die Faust - und zwar am Kibbelig-Stand. Da weiss ich, was ich bekomme, es schmeckt und ich bin satt :-)
Am Ende habe ich mir dann doch etwas von der Karte bestellen müssen "warmes Vlees" ... Ich habe das bei einer Frau bereits auf dem Teller gesehen, es sah sehr lekker aus, und so fragte ich sie, was das denn sei ... Als das Essen dann kam, wollte ich es am liebsten wieder zurückgehen lassen. Das Fleisch war zwar warm, doch da war irgendwie Ketchup drauf und es schmeckte ganz und gar nicht ...
Wir machten uns wieder auf den Weg zum Park & Ride mit dem Bus. Josef und Roman sassen auf einer Bank, während ich mich auf einen Einzelsitz setzte und den Kinderwagen sicherte. In meiner Jackentasche krame ich nach dem Restgeld - es mussten noch so um die 70 Euro gewesen sein und kann sie nicht finden. Panik steigt auf. Ich entleere meine Manteltaschen, doch von dem Geld ist weit und breit nichts zu sehen. Ich hatte es auf keinen Fall in das Portemonnaie gesteckt und somit war klar, das Geld kann mir nur aus der Tasche gefallen sein, als ich etwas anderes aus der Tasche holte. Im gleichen Moment schiessen mir die Tränen in die Augen und ich ärgere mich über mich selbst, dass ich so viel Geld verlieren kann. Roman schaut mich mitleidig an, denkt sich wohl seinen Teil - schliesslich war es sein Geld, was ich da in Utrecht auf den Gassen verteile.
Doch was soll's? Ändern konnte ich es nicht mehr und somit blieb mir nur der Ärger und der Groll auf und über mich selbst.
Auf einmal spricht mich eine ältere Dame an, die mir schräg gegenüber sitzt und wohl etwas davon mitbekommen hat, dass wir uns darüber unterhielten, dass ich Geld verloren hätte. Sie zeigt auf den Boden im Bus, am Fusse des Kinderwagens und sagte nur: "Hier liegt Geld!" Ich stehe auf, werfe einen Blick darauf und sehe den zusammengefalteten 50 Euro-Schein ... Ich hätte schreien können vor Glück und Freude ... Und dann liefen die Tränchen ... Der Tag war jedenfalls gerettet.
Gestern dann in der Stadt, habe ich schon wieder was verloren - und es erst gar nicht gemerkt. Diesmal waren es meine Röckel Lederhandschuhe, die ich in Josef's Sonnendach vom Buggy gewickelt hatte. Da das Kind jedoch von der Sonne (ja, sie scheint auch hier hin und wieder) geblendet wurde, habe ich das Dach aufgeklappt und dabei müssen die Handschuhe auf den Boden gefallen sein, ohne dass ich es merkte. Wir shoppten in dem Laden und erst auf dem Weg nach Draussen fahre ich mit dem Buggy über meinen eigenen Handschuhe. Da lagen sie bestimmt 20 min ohne dass sie jemand aufhob oder gar mitgenommen hat ...
Fazit: Ich sollte jedenfalls viel besser auf meine Sachen aufpassen ...
Und so vergehen die Tage ... Schnell eigentlich - obwohl ich derzeit keiner geregelten Arbeit nachgehe ... Wenn Jogi erst mal richtig eingewöhnt ist, werde ich hoffentlich auch wieder etwas mehr Zeit für mich haben und dann das ein oder andere wieder angehen können ... Bis es jedoch soweit ist, muss ich mich damit arrangieren, dass einiges an Hausarbeit liegen bleibt oder ich einfach nicht dazu komme, da ich immer ein Auge darauf haben muss, wo der kleine Wirbelwind gerade ist.
Im April ist dann endlich ein Heimatbesuch angedacht. Wir sind zur Kommunion eingeladen und werden das Wochenende dann mit und bei Freunden verbringen. Darauf freue ich mich jetzt schon riesig ... Alles andere wird sich dann geben ...
In diesem Sinne und bis bald,
Eure Jana
Dienstag, 8. März 2016
Mittwoch, 17. Februar 2016
Goedemorge ...
... so ziemlich das einzige niederländische Wort, welches in Perfektion beherrsche :-)
Hallo erst mal !
Und hier melde ich mich aus dem Land der Holzschuhe und der Tulpen mit einem neuen Blog. Der Blogtitel mag noch recht einfallslos klingen, doch sobald mir was besseres einfällt, werde ich diesen umbenennen.
In der letzten Zeit sind mir ja die Geschichten etwas ausgegangen ... und so gab es nicht wirklich viel zu berichten, doch jetzt sieht die Sachlage wieder anders aus und ich kann und möchte euch an meinen Erlebnissen in Oranje teilhaben lassen.
Viel weiss ich noch nicht von Land und Leuten - wie denn auch, ich bin ja noch nicht mal eine Woche hier - doch ich fest dazu entschlossen, so viel wie möglich über unsere deutschen Nachbarn zu erfahren und zu lernen.
Doch alles zu seiner Zeit ...
Erst mal bin ich froh, dass wir den Umzug ganz ohne Verluste und ohne Bruch überstanden haben. 97 Kartons haben wir in Römerberg gepackt - so sah es aus:
und inzwischen auch fast wieder ausgepackt. Zumindest befindet sich der Grossteil in irgendwelchen Schränken, ob das jedoch so bleibt, ist noch fraglich ... Der praktische Aspekt konnte beim Auspacken der Kartons nur bedingt berücksichtigt werden, da man erst mal ein Loch in das Meer von Pappe bekommen musste, um sich weiter orientieren zu können.
und inzwischen auch fast wieder ausgepackt. Zumindest befindet sich der Grossteil in irgendwelchen Schränken, ob das jedoch so bleibt, ist noch fraglich ... Der praktische Aspekt konnte beim Auspacken der Kartons nur bedingt berücksichtigt werden, da man erst mal ein Loch in das Meer von Pappe bekommen musste, um sich weiter orientieren zu können.
Die ersten Tage hier waren überschattet von vollen Kisten und neuen Eindrücken und zugegebenermassen einer kleinen Abneigung gegen den neuen Heimathafen. Noch letzte Woche konnte - und wollte - ich mir nicht vorstellen, wie ich die Tage hier allein mit Josef verbringen soll. Insbesondere am Sonntag. Der Tag, an dem die Schwiegermutter wieder ihren Heimweg antrat und der Tag, an dem es nur einmal regnete und unseren Stadtteil in ein weniger freundliches Grau tauchte. Ich wollte nur ein: Zurück nach Hause!!!
Aber wo raus, wenn da kein Loch ist???
Und so versuchte ich mich wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen und beschloss, erst mal abzuwarten, was denn so alles auf mich zukommen wird.
Und dann war er da. Der Montag. Roman verliess recht früh das Haus und überliess mich der Fremde. Keine Zeit zum Trübsal blasen. Erst mal kucken, was Den Haag so zu bieten hat.
Ich also, Josef und mich geschniegelt und gestriegelt und schon waren wir auf dem Weg zur Bushaltestelle. Da ich noch nicht im Besitz der OV-Chipcard war, musste ich einen Fahrschein lösen. Besser gesagt, ich wollte einen lösen, doch der Busfahrer winkte mich durch und liess mich der umme mitfahren.
Am Hauptbahnhof angekommen stieg ich erst mal aus und machte mich auf direktem Weg zum Stadthaus zur Internationalen Zentrale. Dort wollte ich mir Informationen einholen über das Leben mit Kind in Den Haag und ggf. auch noch ein paar Tipps, was ich mit einem 2jährigen hier so anstellen kann. Die erste Dame konnte mir nicht wirklich weiterhelfen und verwies mich an ihre Kollegen.
Diese befragte ich dann auch - allerdings erst, nachdem ich einen Stadtrundgang gemacht hatte und feststellen musste, dass die Geschäfte am Montag erst um 1200 (!!!) h aufmachen ... Verdammte Hacke, noch nicht mal Geld ausgeben konnte ich an meinem ersten Tag.
Wie gesagt, so verliess ich unverrichteter Dinge die Fussgängerzone wieder und fand mich am Schalter bei Bettina ein. Bettina, ca. mein Alter, total sympathisch, kam aus dem Schwätzen gar nicht mehr raus - ich allerdings auch nicht und das Ende vom Lied war, dass wir Telefonnummern ausgetauscht haben und uns demnächst einfach mal so treffen wollen. Ihr Jüngster ist gerade mal 4 und womöglich können Josef und Paul dann doch was gemeinsam anfangen.
Den Nachmittag verbrachte ich mit Josef auf dem nahegelegenen Spielplatz und auch dort dauerte es nicht lange, bis ich meinen ersten Kontakt knüpfen konnte. Katerina, eine Tschechin, die mit ihrem spanischen Mann gerade vor 14 Tagen in die Nachbarschaft gezogen ist. So unterhielten wir uns über dies und das und auch wir tauschten die Nummern aus.
Der Dienstag begann dann ebenfalls damit, dass wir uns morgens auf den Weg in die City zum Stadthaus machten, da wir einen Termin zur Anmeldung hatten. In Holland ist die sogenannte BS Nummer Pflicht und jeder, der hier gedenkt zu leben, braucht eben eine solche.
Mit Hilfe der Relocation-Tante war der Termin schnell absolviert und wir konnten wieder unseren Dingen nachgehen.
Alles in allem noch alles recht unspektakulär.
Heute allerdings habe ich auf den Weg zum Bauernmarkt gemacht, der jeden Mittwoch in DH stattfindet. Das wollte ich mir unbedingt mal ansehen und ggf. frisches Gemüse und Obst kaufen.
Erst mal war ich total froh, dass ich rausgefunden habe, dass ich mit dem Bus auch noch 2 Haltestelle weiterfahren kann und dann direkt im Zentrum ankomme (und mir somit 10 Minuten Fussmarsch) erspare, und dann überzeugte mich der Brotstand richtig. Mindestens 100 Sorten Brot. Mit Körnern, ohne Körnern, wenig Körnern, hell, dunkel, mittelhell, dunkeldunkel ... Ach, es gab nichts, was es nicht gab. So entschied ich mich erst mal für ein halbes Roggenbrot und machte mich weiter auf Erkundungstour.
Hier ein Stand mit frischem Fisch, dort ein Stand mit frischem Fleisch ... Was nehme ich nur mit?
Es sollten 2 Hähnchenbrüstchen sein. So meine Wahl.
Mir treibt es noch immer die Tränen in die Augen, wenn ich daran denke und wenn ich euch jetzt davon berichte.
Also, ich bestelle diese beiden Brüstchen - es waren 400 Gramm (!!!!) - nicht mehr und nicht weniger. Und dann sagt der Verkäufer zu mir 13,00 EURO !!!!
Ich habe 13 EURO für zwei mickrig kleine Brüstchen bezahlt !!!
Unglaublich !!!! Ich kann das noch immer nicht glauben ...
Am Ende habe ich das Gemüse dann nicht mehr auf dem Markt kaufen wollen ... Wer weiss, vielleicht zahlt man für einen Blumokkoli 5 EURO oder so !!!
Dennoch kann ich zusammenfassend sagen, dass der gemeine Holländer sehr freundlich und zuvorkommend ist. Überall wo man hinkommt, wird zumindest englisch gesprochen, man bekommt Auskunft und manchmal wird man sogar bis zum gewünschten Punkt eskortiert - so passiert, als ich nach dem Weg zurück zum Stadthaus fragte und an einen betagten Engländer geriet, der gerade auf dem Weg auf eine Tasse Tee zu Marks and Spencer war ... Auf den 50 m, die wir gemeinsam zurücklegten, erfuhr ich, dass er und seine Frau Claire bereits über 40 Jahre in The Hague leben, sie jeden morgen zu M+S zum Tee gehen und dort im Supermarkt die gewünschten Lebensmittel kaufen können ...
So, und jetzt noch ein Blick in und aus unserem Häuschen:
Aber wo raus, wenn da kein Loch ist???
Und so versuchte ich mich wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen und beschloss, erst mal abzuwarten, was denn so alles auf mich zukommen wird.
Und dann war er da. Der Montag. Roman verliess recht früh das Haus und überliess mich der Fremde. Keine Zeit zum Trübsal blasen. Erst mal kucken, was Den Haag so zu bieten hat.
Ich also, Josef und mich geschniegelt und gestriegelt und schon waren wir auf dem Weg zur Bushaltestelle. Da ich noch nicht im Besitz der OV-Chipcard war, musste ich einen Fahrschein lösen. Besser gesagt, ich wollte einen lösen, doch der Busfahrer winkte mich durch und liess mich der umme mitfahren.
Am Hauptbahnhof angekommen stieg ich erst mal aus und machte mich auf direktem Weg zum Stadthaus zur Internationalen Zentrale. Dort wollte ich mir Informationen einholen über das Leben mit Kind in Den Haag und ggf. auch noch ein paar Tipps, was ich mit einem 2jährigen hier so anstellen kann. Die erste Dame konnte mir nicht wirklich weiterhelfen und verwies mich an ihre Kollegen.
Diese befragte ich dann auch - allerdings erst, nachdem ich einen Stadtrundgang gemacht hatte und feststellen musste, dass die Geschäfte am Montag erst um 1200 (!!!) h aufmachen ... Verdammte Hacke, noch nicht mal Geld ausgeben konnte ich an meinem ersten Tag.
Wie gesagt, so verliess ich unverrichteter Dinge die Fussgängerzone wieder und fand mich am Schalter bei Bettina ein. Bettina, ca. mein Alter, total sympathisch, kam aus dem Schwätzen gar nicht mehr raus - ich allerdings auch nicht und das Ende vom Lied war, dass wir Telefonnummern ausgetauscht haben und uns demnächst einfach mal so treffen wollen. Ihr Jüngster ist gerade mal 4 und womöglich können Josef und Paul dann doch was gemeinsam anfangen.
Den Nachmittag verbrachte ich mit Josef auf dem nahegelegenen Spielplatz und auch dort dauerte es nicht lange, bis ich meinen ersten Kontakt knüpfen konnte. Katerina, eine Tschechin, die mit ihrem spanischen Mann gerade vor 14 Tagen in die Nachbarschaft gezogen ist. So unterhielten wir uns über dies und das und auch wir tauschten die Nummern aus.
Der Dienstag begann dann ebenfalls damit, dass wir uns morgens auf den Weg in die City zum Stadthaus machten, da wir einen Termin zur Anmeldung hatten. In Holland ist die sogenannte BS Nummer Pflicht und jeder, der hier gedenkt zu leben, braucht eben eine solche.
Mit Hilfe der Relocation-Tante war der Termin schnell absolviert und wir konnten wieder unseren Dingen nachgehen.
Alles in allem noch alles recht unspektakulär.
Heute allerdings habe ich auf den Weg zum Bauernmarkt gemacht, der jeden Mittwoch in DH stattfindet. Das wollte ich mir unbedingt mal ansehen und ggf. frisches Gemüse und Obst kaufen.
Erst mal war ich total froh, dass ich rausgefunden habe, dass ich mit dem Bus auch noch 2 Haltestelle weiterfahren kann und dann direkt im Zentrum ankomme (und mir somit 10 Minuten Fussmarsch) erspare, und dann überzeugte mich der Brotstand richtig. Mindestens 100 Sorten Brot. Mit Körnern, ohne Körnern, wenig Körnern, hell, dunkel, mittelhell, dunkeldunkel ... Ach, es gab nichts, was es nicht gab. So entschied ich mich erst mal für ein halbes Roggenbrot und machte mich weiter auf Erkundungstour.
Hier ein Stand mit frischem Fisch, dort ein Stand mit frischem Fleisch ... Was nehme ich nur mit?
Es sollten 2 Hähnchenbrüstchen sein. So meine Wahl.
Mir treibt es noch immer die Tränen in die Augen, wenn ich daran denke und wenn ich euch jetzt davon berichte.
Also, ich bestelle diese beiden Brüstchen - es waren 400 Gramm (!!!!) - nicht mehr und nicht weniger. Und dann sagt der Verkäufer zu mir 13,00 EURO !!!!
Ich habe 13 EURO für zwei mickrig kleine Brüstchen bezahlt !!!
Unglaublich !!!! Ich kann das noch immer nicht glauben ...
Am Ende habe ich das Gemüse dann nicht mehr auf dem Markt kaufen wollen ... Wer weiss, vielleicht zahlt man für einen Blumokkoli 5 EURO oder so !!!
Dennoch kann ich zusammenfassend sagen, dass der gemeine Holländer sehr freundlich und zuvorkommend ist. Überall wo man hinkommt, wird zumindest englisch gesprochen, man bekommt Auskunft und manchmal wird man sogar bis zum gewünschten Punkt eskortiert - so passiert, als ich nach dem Weg zurück zum Stadthaus fragte und an einen betagten Engländer geriet, der gerade auf dem Weg auf eine Tasse Tee zu Marks and Spencer war ... Auf den 50 m, die wir gemeinsam zurücklegten, erfuhr ich, dass er und seine Frau Claire bereits über 40 Jahre in The Hague leben, sie jeden morgen zu M+S zum Tee gehen und dort im Supermarkt die gewünschten Lebensmittel kaufen können ...
So, und jetzt noch ein Blick in und aus unserem Häuschen:
Ich bin gespannt auf die kommenden Wochen und Monate ... Es wird gewiss einiges zu berichten geben ...
In diesem Sinne, lasst es euch gutgehen und bis bald,
Eure Jana
In diesem Sinne, lasst es euch gutgehen und bis bald,
Eure Jana
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